Tanz in den Mai
Darsteller singen zu Gunsten krebskranker Kinder

„Fans for Kids e.V.“ lud am 30.04.2008 zur ersten Maifeier des Vereins in der Gaststätte Waldheim in Esslingen-Zollberg. Der Abend wurde zu Gunsten krebskranker Kinder veranstaltet. Um diese, sowie deren Eltern und vor allem auch Geschwister kümmert sich der Verein. Die Idee zu „Fans for Kids“ entstand 2001. Ralf Schaedler wollte seine Fans überzeugen von teuren Geschenken, wie beispielsweise Stofftieren, für Darsteller abzusehen und dieses Geld stattdessen sinnvoll einzusetzen. Die Idee kam an und so hat der Verein heute zahlreiche prominente Botschafter wie Felix Martin, Barbara Köhler, Katja Berg, Laith Al-Deen und viele andere. Diese Botschafter, sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiter, haben mit ihren Aktionen schon viel Gutes bewirkt.

So werden auch die Einnahmen dieser Walpurgisnacht dazu genutzt kranke Kinder und deren Angehörige finanziell zu unterstützen. Mit dem Erlös soll in diesem Fall ein Beamer sowie eine Leinwand für das Olgahospital in Stuttgart finanziert werden, damit die Kinder sich im Gemeinschaftsraum DVD’s ansehen können.

Um dieses Vorhaben zu unterstützen engagierten sich fünf namhafte Musicaldarsteller.
Max Niemeyer eröffnete mit „Dies ist die Stunde“ aus Jekyll & Hyde den Abend. Nachdem er den ganzen Saal mit seiner gefühlvollen Interpretation überzeugt hatte, kündigte er Fawn Arnold an. Nach einer kleinen technischen Schwierigkeit konnte die gebürtige Texanerin loslegen. Sie schmetterte einen Gospel, dessen Titel sie leider nicht verriet, der aber textlich sehr gut zum Motto des Abends passte.

Danach war David Moore an der Reihe, der unter anderem schon die Rolle des Chris in „Miss Saigon“ spielte. Bevor er mit seinem ersten Song begann, verriet er, dass es ihm in Stuttgart so gut gefällt, dass er sich hier sogar ein Häuschen gebaut hat. Mit seiner wirklich umwerfend kraftvollen Stimme sang er „Can you feel the Love tonight“. Ich bezweifle, dass er überhaupt ein Mikrofon gebraucht hätte. Selbst ohne Dieses hätte er auch den letzten Zuhörer im Saal ohne Probleme erreicht.

Nach David Moore bewiesen Lucy Scherer und Willemijn Verkaik mit „Somewhere out there“, dass sie nicht nur als Hexen miteinander harmonieren. Nachdem nun jeder Künstler einmal auf der Bühne gewesen war, stellte Max Niemeyer sein Talent mit „If ever I would leave you“ aus „Camelot“ erneut unter Beweis. Anschließend ließ Willemijn Verkaik mit „Der Zauberer und Ich“ keinen Zweifel daran, warum genau sie die Elphaba in Stuttgart geworden ist. Zum Abschluss des ersten Teiles traten dann Fawn Arnold und David Moore mit „Come what may“ aus Moulin Rouge auf die Bühne und entließen ein restlos begeistertes Publikum in die Pause.

Nach Stärkung an einem Buffet wurde vor der Gaststätte eine Feuershow geboten. Fabula Mystica, bestehend aus zwei Männern und einer Frau, stellten eindrucksvoll unter Beweis, dass Feuer genau ihr Element ist. Allerdings ist die dargebotene Show, bestehend unter anderem aus Jonglieren, Feuerspucken und Tanzen mit Feuerfächern, nicht zur Nachahmung geeignet. Dass sahen auch alle Anwesenden ein und ließen sich lieber am laufenden Band von den Profis beeindrucken. Gleichzeitig hatte man auch während der ganzen Show die Möglichkeit zu einer Wahrsagerin zu gehen und sich Tarotkarten legen und die Zukunft voraussagen zu lassen. Dazu lässt sich sagen, dass der Ansturm sehr groß war.

Nachdem alle wieder im Saal Platz genommen hatten, eröffnete Willemijn Verkaik den zweiten Musical-Block des Abends mit „You must believe in spring“, ihr folgte Max Niemeyer mit „Unexpected Song“. Dem folgenden Auftritt von Fawn Arnold stand wieder ein kleines technisches Problem im Wege. Sie hatte die falsche CD eingelegt. Diesen Patzer überspielte sie charmant mit dem Ausruf „Frauen und Technik eben“ und nach einem kurzen CD Wechsel gab sie ein sehr berührendes „Somewhere over the Rainbow“ zum Besten. Wer danach dachte, dass es nicht mehr gefühlvoller werden könnte, irrte. David Moore sang „You raise me up“ und bescherte mir damit eine durch und durch gehende Gänsehaut. Für mich eines meiner persönlichen Highlights des Abends. Den letzten Soloauftritt des Abends hatte Lucy Scherer und sie nutzte diesen um „Gott lächelt uns zu“ aus „3 Musketiere“ darzubieten.

Als Abschlusslied sangen alle gemeinsam „Put a little love in you“. Nach einer kurzen, nicht ernst gemeinten Ausdruckstanzeinlage von David Moore, gaben alle zusammen als Zugabe „Thank you for the music“ zum Besten. Hier konnte vor allem Lucy Scherer mit ihrer komödiantischen Ader glänzen und ich war nicht die Einzige, der nach Ihrem Part die Tränen vor Lachen in den Augen standen. Aber auch alle anderen Solisten zeigten, wie sehr es Ihnen Spaß macht, auf der Bühne zu stehen.

So konnten alle Darsteller durchweg beweisen, dass man Gefühle auch ohne Bühnenbild und aufwändige Kostüme erzeugen kann. Jeder Künstler konnte, sobald er oder sie auf der  Bühne stand mit seiner Stimme und seiner Ausstrahlung die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich lenken.
Und eben dies hat den “Tanz in den Mai“ zu einem Abend gemacht, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Abschließend erwähnt seien auf jeden Fall zwei Personen: Hannes (der Nachname wurde nicht erwähnt), der die Darsteller großteils auf dem Klavier begleitete und Sabine Böhm, die Organisatorin dieses Abends.

Man kann hoffen, dass „Fans for Kids“ noch möglichst viele Abende diesen Formates veranstalten wird und die Gelegenheit, viel Geld zu sammeln, genutzt werden kann, um weiterhin kranken Kindern zu helfen.

Von Daniela Smoczynski für Musicalfotojournalismus