Gala Ettlingen

 

 

 

 

Gala Ettlingen Musical

 

 

 

 

Musical Gala Ettlingen

Musical Moments –

Ein Abend wie eine Wellnessdroge 

Am 13.09.08 luden Stefanie Kock und Espen Nowacki ins Schloss Ettlingen um einen Streifzug durch die Musicalwelt zu machen. Das Ettlinger Publikum kannte die beiden Darsteller schon aus „The Scarlet Pimpernel“, wo Espen Nowacki die Rolle des Percy verkörperte und Stefanie Kock im Damenensemble mitwirkte.

Zuallererst möchte ich sagen, dass der Abend kaum hätte lustiger sein können. Die Beiden führten mit unbeschreiblichem Charme und Witz durchs Programm, so dass das Publikum aus dem Lachen selten heraus kam. Vorneweg muss ich noch bemerken, dass Espen Nowacki und Stefanie Kock meinen Freund dazu gebracht haben auf der Bühne zu singen und zu tanzen, und das hat vorher noch niemand geschafft! Hut ab!

Espen und Stefanie haben für diesen Abend einen Querschnitt durch die gesamte Musicallandschaft vorbereitet. Von „Anatevka“ über „Joseph and the amazing technicolour dreamcoat“ bis hin zu „Wicked“ war alles dabei. Natürlich durften auch die Klassiker wie „Tanz der Vampire“, „Elisabeth“ und „Phantom der Oper“ nicht fehlen.
Da es zu lange werden würde, wenn ich auf jeden Song einzeln eingehe, nehme ich mir die Highlights des Abends vor. Nach „Sei hier Gast“, „Cabaret“ und „Alles was du kannst...“, sorgte Stefanie Kock für den ersten Gänsehautmoment des Abends mit dem wunderschön gesungenen „Gold von den Sternen“ aus Mozart. Direkt danach kam Espen auch mit einem etwas ruhigeren Lied, und zwar „Anthem“ aus Chess. In Chess wirkte er schon im Vorjahr bei den Ettlingern Schloßfestspielen mit. Ein großer Unterschied zum Musical dürfte wohl gewesen sein, dass er statt einer russischer eine norwegische Fahne schwenkte.
Danach brachte Stefanie mit „Schafft die Männer ran“ aus „Jekyll & Hyde“ richtig Schwung in den Abend und verdrehte wohl dem einen oder anderen Mann den Kopf. Aber auch Espen verzauberte das weibliche Publikum und träumte ein wenig vom Reichtum („Wenn ich einmal reich wär“ aus Anatevka), um sich vielleicht mal eine Freundin leisten zu können.

Bevor Espen „Wie vom Traum verführt“ aus „Joseph and the amazing technicolour dreamcoat“ singen konnte, bewies Stefanie Kock, dass sie sehr gerne die ein und andere Anekdoten erzählt. Sie meinte: Espens Mantel wurde, so schien es, von seiner Ururgroßmutter gestrickt, die einst in Norwegen wohnte. Zu dieser Zeit wuchsen den Leuten die Hörner noch direkt aus den Köpfen und einige Dynastien arbeiteten an diesem Mantel, den er nun für diesen Abend trug.“ Es stellte sich heraus, dass es Espens Bademantel war – und Stefanie hatte die Lacher auf ihrer Seite.
Zum Abschluss des ersten Teils wurden drei Klassiker präsentiert: „Wenn ich tanzen will“ aus „Elisabeth“ sowie „Unstillbare Gier“ und „Totale Finsternis“, beide aus „Tanz der Vampire“. Espen passte allein schon optisch in die Rolle des Todes und auch stimmlich konnte er bei allen drei Liedern überzeugen. Stefanie stand ihm in nichts nach und bot ihm als Kaiserin Elisabeth die Stirn, um sich gleich danach dem Grafen hinzugeben.

Mit „Mr. Zellofan“, „Heißgeliebt“ und „Das Lied in dem‘s geschieht“ begann der zweite Teil ebenso wie der erste: Mit vielen Lachern.

Dann kam mein persönliches Highlight des Abends: Espen mit „Somewhere over the rainbow“. Da ich dieses Lied bisher nur von Frauen gehört hatte, wunderte ich mich zuerst, dass Espen auf die Bühne kam. Selten hat mich dieses Lied so berührt. Espen konnte hier besonders zeigen, was für eine schöne und angenehme Stimme er hat.

Schlag auf Schlag folgten „Frei und schwerelos“, „Starlight Express“ (inklusive Espen auf Inlinern), „Erinnerung“ und „Die Musik der Dunkelheit“.

Bei „Time of my life“ suchte Espen zuerst vergeblich ein Paar, das die berühmte Hebefigur aus Dirty Dancing darstellte. Er wurde dann aber doch noch fündig. Mein Freund hatte das Vergnügen, Stefanie Kock in die Höhe zu heben. Ob es genauso elegant war wie das Original mag dahingestellt sein, aber es war auf jeden Fall sehr lustig. Rasant ging es weiter mit „Holding out for a Hero“, wo Stefanie Kock bewies, dass in ihr eine kleine Rockröhre steckt.

Abgeschlossen wurde der Abend mit einem „Ich war noch niemals in New York“-Udo Jürgens Medley, bestehend aus „Griechischer Wein“, „Ein ehrenwertes Haus“, „Mit 66 Jahren“ und „Aber bitte mit Sahne“, sowie einem Buddy Holly Medley.

Als Zugaben folgten „Dancing Queen“ und „Wenn das Mami wüsst“ aus „Mamma Mia“.

Auch wenn nicht jeder Ton da saß, wo er wohl hingehörte, so war der Abend ein voller Erfolg. Das Publikum klatschte, tanzte und sang sogar mit. Wobei bei Letzterem erst eine kleine Drohung von Espen dem etwas singfaulen Publikum auf die Sprünge half. Nachdem er ankündigte, er komme zu jedem einzelnen Besucher mit dem Mikrofon an den Platz, wurde urplötzlich lautstark los geschmettert.

Der ganze Abend brachte einfach viel Spaß und machte vor allem Lust auf mehr Musicals & Co. Deshalb: wer die Gelegenheit hat Espen Nowacki und Stefanie Kock einmal live zu sehen, muss diese einfach ergreifen, denn es wird ein Urlaub vom Alltag geboten.

 

17.9.08 Daniela Smoczynski für Musicalfotojournalismus