Sensationelle Premiere von „Songs of a new World“ im Wilhelma Theater in Stuttgart  

Gleich zu Beginn lediglich zwei Worte: MEHR DAVON!

Willemijn Verkaik (Wicked-die Hexen von Oz), David- Michael John (We will rock you), Dominic Aref (ehem. AIDA u.a.) und Mathias Edenborn (Wicked- die Hexen von Oz), allesamt renommierte und erfolgreiche Musicaldarsteller nicht nur in Deutschland, luden zu einem aussergewöhnlichen Konzert am 13. und 14.12.2009 ein und nicht nur Fans und Fachleute folgten der Einladung nach Stuttgart. Zugegeben, ich war SEHR skeptisch, was mich an diesem Abend wohl erwartet, denn ich hatte gar keine Ahnung was auf mich zukommt. Ich habe von Darstellern, die kurze Interviews gaben, gelesen, dass sie anscheinend selbst noch unsicher waren, ob das Stück überhaupt beim Publikum ankommt, da es in englischer Sprache war und dies eine höhere Konzentration erfordert. Man muss permanent angestrengt zuhören – ja, zugegeben, das machte mir ein wenig Sorgen. Ich hatte wirklich die Befürchtung das wird langweilig, langatmig oder glanzlos und leer. Ich lag falsch! UND: Ich habe mir dann sogar das zweite Konzert am Montag angesehen!

Zunächst zum Theatersaal
Schön klein mit ca. 350 Plätzen (laut der offizieller HP). Beide Vorstellungen waren sehr gut gefüllt (Parkett voll, erster und zweiter Rang offen und auch besetzt). Die Theaterkasse wurde am zweiten Abend übrigens fast eingerannt. Da scheinen einige auf die Idee gekommen zu sein, sich den Spaß noch einmal anzugucken.

Bühnenbild/Requisiten
Die Band, bestehend aus Piano, Bass, (E-)Gitarre und Schlagzeug war auf der linken Seite auf leichter Anhöhe direkt auf der Bühne platziert. Das fand ich persönlich sehr gut gelungen, und hatte gerade für Einsätze usw. seinen Vorteil. Ansonsten wurden ein paar Barhocker, Stühle oder Kästen je nach Song benutzt, angeordnet. Kein reiner Konzertcharakter also. Ansonsten gab es ein paar kleine Requisiten – so etwas wie Rentierplüschhausschuhe, die Willemijn Verkaik als Frau vom Weihnachtsmann trug. Weiter fanden ein Weihnachtsmann aus Plüsch, div. Flaschen, eine amerikanische Flagge und Strickzeug *g* im Laufe des Abends seinen Einsatz.

Tontechnik
Klasse! Da kann sich beispielsweise ein Palladiumtheater mal eine Scheibe davon abschneiden! Wirklichm wirklich gute Akustik, keine toten Mikros, keine unhörbaren Einsätze. Sowohl im Parkett als auch im zweiten Rang ein akustischer Genuss.

Lichttechnik

Mir ist dabei aufgefallen, sie haben es wohl bedacht eingesetzt um Songs zu untermalen und die Stimmung einzufangen, ganz so, wie es auch sein sollte. Ab und an wurden mit Lichtschablonen auf die Rückwand ein paar Szenen untermalt wie z.B. Lichtfenster einer Großstadt, während ein Sänger auf dem Fenstersims steht, oder ein Kirchenfenster während eines Stückes innerhalb einer Kirche. Fazit: angenehm, stimmig und absolut nicht überladen.

Worum ging es eigentlich?

Vorneweg - alles war auf Englisch. Selbst die kurze Dankesrede, zu der sich Willemijn am Premierenabend hat hinreißen lassen, war englisch. Fand ich persönlich gut.
Jeder Song wurde von neuen Charakteren (Sängern) dargeboten. Also war es keine zusammenhängende Geschichte, sondern Momentaufnahmen von Menschen in den unterschiedlichsten Situationen. Es ging Hpts. - um Dinge/Erlebnisse die das Leben ändern können oder es eben bereits verändert haben in Form eines Rückblicks. Zum großen Teil musste man gut zuhören - und zwar sehr genau. Einmal war es Englisch, zum Zweiten waren bis auf DMJ keine native speaker dabei. Gerade für älteres und jüngeres Publikum dürfte es ein wenig knifflig gewesen sein.
Zu betonen ist: es ging wirklich nur um einzelne Songs, und der Abend enthielt absolut keinen Sprechanteil.

Allgemeine Darstellung
Wie bereits beschrieben: dargestellt wurden die Szenen hauptsächlich mit den wenigen Requisiten, bzw. in ganz kleinen Änderungen der Kleidung (Geschäftsmann mit Sakko und Lederschuhen, in der nächsten Szene als Soldat, nur noch mit weißen T-Shirt und Winterboots bekleidet). Ich fand die Art und Weise, wie man mit sehr wenig Änderungen sehr viel erreichen konnte klasse gemacht. Es hatte auch den Vorteil, dass die vier Sänger fast immer zusammen auf der Bühne waren, auch bei den Soli. Die anderen agierten entweder als Backgroundsänger oder einfach um die Szene zu untermalen. Die Wechsel zwischen den Liedern waren flott und fließend.
Gesangsanteile waren gleichmäßig verteilt. Bei einigen Stücken gab es sogar  kleine Choreographien, z.B. bei „The River won't flow“. Sie waren sehr nett inszeniert, wirkten nicht nach zuviel und ich glaube die vier Sänger haben sich auch dabei selbst auch nicht allzu ernst genommen. Das hat eine gewisse Leichtigkeit in den Ablauf gebracht. Überhaupt wirkte alles sehr viel privater und persönlicher, da keine in Stein gemeißelten Gesten, Mimiken oder Posen wie bei großen Bühnenproduktionen zu erkennen waren.

Die Darsteller
Die vier Musicaldarsteller passten einfach zusammen. Stimmlich, optisch - einfach super. Selbst im Bereich Gospel harmonieren sie zusammen und lassen sich aufeinander ein. Da sticht keiner stimmlich sowie darstellerisch heraus, wo er nicht herausstechen soll.

Dominique Aref
Sie singt die ersten Töne im Opening und ab da hatte sie meine Begeisterung schon gepackt. Sie verfügt über einen ausgesprochen wunderschöne und sehr, sehr klaren Sopran. Perfekt für Balladen! Nicht ganz so kraftvoll gleicht ihre Stimme wie der von Willemijn Verkaik, aber dafür sehr weich. Das fand ich super. Sie hatte hauptsächlich die melancholischen/ruhigen Stücke (I'm Not Afraid Of Anything, Christmas Lullaby...). Mal abgesehen davon ist sie bildhübsch (aber das nur mal so am Rande). Ihre Aussprache war verständlich. Beim ersten Konzert hatte sie offensichtlich bei den lauteren Tönen ab und an Probleme, indem ihre Stimme wegbrach.  Bei der zweiten Show dagegen war davon nichts mehr zu merken. Vielleicht lag dies etwas an der Nervosität. Alles zusammen präsentierte sie eine wirkliche gute Leistung. Es hat Spaß gemacht ihr zuzuhören, ihre Stimme lädt zum träumen ein.
Mein persönlicher Favourit von ihr: I'm Not Afraid Of Anything und definitiv ihr Intropart!

Mathias Edenborn
Eine kleine Kritik gleich zu Beginn: ihn hat man bedauerlicherweise am schlechtesten verstanden. Irgendwie nuschelt er im Englischen ziemlich. Bei der zweiten Show war es besser, aber immer noch gestaltete es sich knifflig ihm zuzuhören. Das fand ich schade. Ansonsten – nun- seine Stimme ist wirklich gut. Als männlicher Gegenpart zu DMJ hat sie super gepasst. Sie harmoniert perfekt in Balladen und in die poppige Richtung. Mein persönlicher Eindruck war, dass er richtig Spaß auf der Bühne hatte. Auffallend charmant war zu bemerken, dass er recht viel gegrinst hat, sofern es das Lied bzw. die Szene erlaubt hat.
Mein persönlich bester Song von ihm: The World was Dancing.
DMJ (David-Michael John)
Was für eine geile und kraftvolle Rockstimme, zudem ein verdammt genialer Entertainer. Es hat einfach Spaß gemacht ihm zuzuschauen und zuzuhören. Gerade in "Steam Train" und "King of the World" hatte er das Publikum so etwas von eingefangen. Ich hätte mir allzu gerne ein Duett mit Willemijn Verkaik und ihm gewünscht, denn ich glaube, dann hätte der Theatersaal gänzlich seine Contenance verloren. Auffallend war, dass ihm keinerlei Patzer oder ähnliches unterliefen- und man kaufte ihm vom Basketballstar bis zum Sklaven alle seine Rollen ab!
Auch hier mein persönlich bester Song bon ihm: Steam Train

Willemijn Verkaik
Zu dieser Hammerstimme muss man nicht mehr viel schreiben. Es wurde bereits in sämtlichen Medien alles geschrieben. Daher erspare ich mir jeden weiteren Kommentar. Mit Abstand den längsten Ton des Abends hielt sie bei "Just One Step".  Er dauerte geschätzte 20 Sekunden (siehe Beweis bei „youtube“).
Bei der ersten Vorstellung ging der Jubel noch währenddessen los. Sie selbst hat zusätzlich noch mit Gestik und Mimik angefeuert. Bei der Zweiten konnte ich in Roberta Valentinis Gesicht gucken, die im Publikum saß. Der Ton erzeugte bei ihr ein dickes, anerkennendes Grinsen, das Bände sprach. Und, wer hätte es gedacht - Willemijn hat verflucht viel komisches Talent. Mimik und Gestik waren auf den Punkt eingesetzt. Wie sie "hochdramatisch" und gar nicht "übertrieben" in Hausschuhen aus Plüsch in Rentierdesign als Frau vom Weihnachtsmann über die Bühne gesprungen ist, war der absolute Knüller. Sie hat ihre Vielseitigkeit mal wieder unter Beweis stellen können. Egal ob es sich um eine Ballade handelt, oder ein völlig hektischer Song folgt - sie bekommt alle Facetten spielen hin.
Die Songs, der mich am meisten begeisterten: Just one Step und Stars and the Moon.

Die Band
Hier ist nur kurz zu sagen, dass die Musiker allesamt eine tolle Leistung erbrachten und somit das Ergebnis einfach nur super war. Auch die Abstimmung zu den Sängern hat hier perfekt zusammen gepasst.


Kurze Zusammenfassung der Stücke (subjektiv):
Wer welche Songs nun wirklich gesungen hat, werde ich nicht ausführlich erwähnen, da es den Rahmen des Berichtes sprengen würde. Hier nur einige Beispiele für alle, die sich genauer dafür interessieren:

Opening Sequence
Ruhiger Anfang, der sich gesteigert hat und dann die Leute mitgerissen hat. Hat mir sehr gut gefallen, war ein nahezu fließender Übergang zu...

On the Deck...
Wow! Mit sehr viel Chor. Ich würde den Stil des Songs in die Richtung Gospel tippen. Den Solisten gelang es durchweg ihr "Rampensau"-Dasein zurück zu schrauben und sich auf die anderen einzulassen um nicht rauszustechen. Sie haben es alle Vier super hinbekommen. Das Stück wirkte sehr schön, sehr getragen, sehr harmonisch. Vielleicht war es einen winzigen Tick zu lang. Aber nun ja, aber fairerhalber muss man sagen, dass sie den Song ja nicht selbst geschrieben.

Just one Step
Kracher. Willemijn Verkaik fluchend, kreischend, schreiend und singend. Eine Furie auf dem Fenstersims, die ihrem Mann an allem die Schuld gibt. Eine herrlich komische Nummer. Murray (der Gatte) wird zwar oft genug angepflaumt, ist aber nicht zu sehen. Das ganze Stück über steht Willemijn auf einem Kasten und schaut halt nach unten, während "unten" die restlichen drei Sänger herumlaufen und ein bisschen das Straßentreiben darstellen. Schön gemacht. Wie gesagt, Willemijns komisches Talent kam wirklich überzeugend zum Tragen. Als Zuschauer stellt man fest: angeschrien möchte man von ihr wahrhaft nicht werden. Ach ja, der Song war auch der bereits Beschriebene mit dem gehaltenen 20-Sekunden-Ton.

I'm not afraid of anything
Was für eine sehr schöne Ballade. Dominique Aref sitzt zentral in der Runde aller vier Sänger und "erzählt" praktisch den drei Zuhörern, wer Angst vor was hat (z.B. ihr Dad vor Babies, ihre Mom vorm Weinen, ihr Freund davor sie in den Arm zu nehmen usw.) Sie macht das auf eine recht ruhige und nicht gehässige Art. Dabei lächelt sie nächst noch konstant... dieses erstirbt jedoch langsam, als sich alle drei nach und nach von ihr abwenden Gesicht Stärke zu bewahren und keine Angst und Schwäche zu zeigen. Bei der zweiten Show ist Dominiques Stimme regelrecht im Hals erstickt – gerade so, als ob ihr wirklich gleich Tränen kommen. Ich kann nur sagen: sehr schön und vor allem überzeugend.

The River won't flow
Der Stil des Songs...öh...Jazz? Unter youtube am besten selbst reinhören. Mathias Edenborn und DMJ haben das wirklich gut zusammen hinbekommen. Edenborn als Erfolgsmann, DMJ und die Damen als Penner/-innen, ein witziger Anblick. Ein cooler Song, der in die Beine ging, Spaß machte und mit einer netten, kleinen, eingebauten Choreographie gelungen war.

Stars and the Moon
Die Darstellung war völlig unspektakulär. Willemijn Verkaik saß auf einem Barhocker - Ende. Hat aber dennoch alles gepasst. Hier ging es rein um den Text und der war wunderbar. Eine ruhige Ballade, zwei-drei kleine Schmunzler, aber am Ende saßen die meisten Zuschauer wohl mit einem leicht melancholischen Lächeln im Theater. Grob gesagt geht es um eine Frau, der es in erster Linie um den materiellen Wohlstand geht und dementsprechend Männer abweist, die ihr keinen Champagner und Diamantenringe geben können, sondern eben nur die Sterne und den Mond. Schließlich trifft sie auf einen Mann, der sie heiraten will. Er verspricht ihr Autos, Häuser usw.  - und - sie willigt ein, um am Ende nach weiteren vielen Jahren festzustellen, dass sie zwar "Alles" hatte, aber niemals den Mond bekommen würde. Fazit: Sehr schön!

She cries
Mathias Edenborn als Angeklagter führte durch den Song. „Dank“ seiner Nuschelei kann ich über den Inhalt nicht wahnsinnig viel sagen. Dennoch, der Song war gut, aber nicht unbedingt der Hit des Abends, wenn es nach meinen Ohren geht.

The steam train
Der Entertainersong des abends. DMJ kommt und quatscht das Publikum an "You don't know me - but you will". Als Basketballstar sprang,  sang und rockte er über die Bühne. Zwischendrin erzählte er von seiner Kindheit und seiner Jugend, um dann weiter den Sportler zu mimen, während die anderen drei Musicaldarsteller die Fans spielten. Es fehlten eigentlich nur noch die Cheerleader-Pompons. Bei dem Song hatte man Mühe still zu sitzen,... es ging im Grunde einfach nicht.
Dies war der zweite Song der Zugaben und jedes Mal standen die Leute und haben mitgeklatscht (betonterweise sogar mal im Takt). Ich glaube, die Vier auf der Bühne hatten ehrlich ihre Freude daran.

The World was dancing
Ein wirklich schöner Song. Edenborn, als unsicherer Typ, der sich vor seiner Verantwortung drückt. Dominique Arefs Part war der des Refrains, und es passte perfekt. Man konnte bei Mathias wirklich einen inneren Kampf erkennen. Die Sorge, unter Umständen war dies auch die Wut über sich selbst in der Rolle. Gut gespielt!

Surabaya-Santa
Also, als ich im Konzert-Flyer kurz gelesen hatte worum es in dem Lied geht und wer den Song singt, war das ein innerer Strike. Das konnte nur gut werden. Und das wurde es auch. Willemijn Verkaik kam auf die Bühne mit diesen fetten Plüschschuhen und erntete erstmal lautes Gelächter und Gejohle. Sie zog durch das Lied als verbitterte Ehefrau, die allein gelassen wird und sich deswegen mit Elfen vergnügt ...nun ja.
Ihr männlicher Gegenpart war nur ganz kurz DMJ zu Beginn des Songs, als sie die Anfänge der Beziehung erklärt zu hören. DMJ fungierte als Weihnachtsmann mit stylischer Mütze. Dominique Aref war als dummes, grinsendes Girlie - erschreckend gut gespielt *g* zu erleben. Ansonsten hatte Willemijn Verkaik die ganze Zeit einen Plüschweihnachtsmann in der Hand, an dem sie ihren Frust auslässt und gelegentlich mal in der Mitte zerrissen hat. Als komisches, zweites Talent: Sie konnte - mal wieder - schön laut aber auch kratzbürstig sein.

Christmas Lullaby
Man konnte eine Stecknadel fallen hören. Eine wunderschöne Ballade auf die Dominique Arefs Stimme perfekt passte. Wie gesagt, bei der ersten Show war die Stimme bei den höheren Tönen etwas schwach, am zweiten Abend jedoch war sie absolut klasse.
Hier gab es den einzigen "Kostümwechsel". Vor und auch nach dem Lied rannte sie in Jeans und weißem T-Shirt herum. Für diesen Song hatte sie ein weißes Kleid an. Nahezu im Sitzen wurde das Lied gesungen (sie hat dabei wirklich gestrickt). Es war auch nachdem der letzte Ton verklungen war still im Saal - bevor der Applaus richtig losging. Wirklich wunderbar.

King of the World
Einfach DMJ! Die perfekte Stimmwahl. Seine Mimik war klasse und der Song reißt einfach mit. Keine Ahnung, ich kann es mir nicht so recht erklären, dennoch: es erinnerte mich von der Art des Songs her an sehr ans Musical „König der Löwen“. Am Ende als er singt:
… I'm king of the world, I'm king of the world, I'm . . . I'm . . .
At least I used to be...“

flog der Stuhl, auf dem DMJ stand nach hinten. Ein schooner, kurzer Ausbruch, der zudem glaubhaft wirkte. Man kann sich das Jubeln nach der Performance kaum vorstellen. Wieder einer dieser Songs wo das Bein einfach nicht still bleiben konnte.

I'd give it all for you
DAS Liebesduett des Abends. Dominique Aref und Mathias Edenborn konnten hiermit glänzen und sie HABEN geglänzt. Sehr süß wirkten beide auf der Bühne. Auch die Mimik - du meine Nase - man hat es ihnen wirklich abgekauft. Allerdings war der Song nicht wirklich ein Superkrache. Schön aber auf alle Fälle, wie gesagt: nichts "Besonderes".

The Flagmaker
Uff, eine schwere Kost und sicherlich kam das Lied unterschiedlich bei den Besuchern an. Ich persönlich fand es super. Allein die Musik ist sehr nervenaufreibend zum Ende hin und auch gerade der Refrain hat es in sich. Der Song an und für sich mag vielleicht stressen, aber er passt zum Thema. Willemijn Verkaik hat ihn gesungen. Sie näht Flaggen während ihr Sohn im Krieg kämpft und letztendlich fällt. Mündungsfeuer wurde mit flackerndem Scheinwerferlicht simuliert. Eine grundsätzlich gute Idee, hat den Gesamteindruck allerdings noch anstrengender gestaltet. Zudem ist der Song zum Ende hin immer höher und schneller, nicht wirklich einfach für Willemijns Verkaiks Stimme, was sie aber gut gemeistert hat. Das "Ende vom Lied" war ein Sarg (Kasten) der von Mathias Edenborn und DMj hereingetragen wurde. Willemijn Verkaik legt die Flagge darauf, die sie genäht hat und der Spotlight fällt ebenfalls kurz darauf auf die Stelle. Wie gesagt, etwas härtere Kost, auch für die Ohren. Aber: MIR hat es gefallen.

Flying home
Eine Ballade, wie gemacht für DMJ und die Drei anderen agierten als Backgroundsänger. Schön war sie, aber richtig gefesselt hat es mich nur wenn alle Vier gesungen haben. War mir der Song persönlich ein klein wenig zu lange, aber sonst war er wirklich prima.

Hear my song

Schöner Song! Er animiert blöderweise zum Klatschen und man kennt ja das deutsche Publikum *g*. Bei der ersten Show haben es einige im Publikum mehr oder weniger erfolgreich bzw. taktsicher versucht, bei der Zweiten haben die Sänger den Takt selbst vorgegeben und animiert. Das hat dann gut funktioniert. In diesem Song war mal wieder heraus zu hören, wie gut die Stimmen zusammen harmonieren - und ich nehme an, das ist bei diesem Lied nicht ganz so einfach. Abgeschlossen mit dem Song "A new world comes across the ocean" von Dominique Aref präsentiert, schloss sich der Kreis um den Abend.

Transitions zwischendurch
Die ganzen Transitions drehten sich noch einmal mit Text und Melodie um "A new World" aus dem Intro. Überleitungen eben.

Das Publikum
Man hat gemerkt dass das Theater vollbesetzt von Fans war. Bei der zweiten Show waren vorwiegend Kollegen der Musicaldarsteller im Publikum zu sichten. Man macht sich keinen Reim darauf, aber der Saal hat gebebt. Eine absolut geniale Stimmung mit der die Vier vermutlich selbst nicht gerechnet haben. Der letzte Ton war verklungen und die Leute standen und haben geklatscht. Zugaberufe wohin das Ohr hört, es wurde getrampelt und gejubelt. Völlig abgefahren! Aber Laune war ausgesprochen supe. Bei beiden Shows wurden je 2 Zugaben eingefordert (Der Trailersong von der HP und als zweites Steam Train, bei dem die meisten stehen blieben mit einfach mitgeklatscht haben).
Bei der zweiten Show ging der Applaus solange, dass, obwohl die Lichter schon aus waren und der Saal schon wieder voll beleuchtet war, die Vier noch einmal herauskamen. Ich konnte einige Besucher der Wicked-Cast beobachten. Sie sind abgegangen wie die Zäpfchen *g*. Das war wirklich eine Show für Fans und diese haben es ihnen SOWAS von gedankt!

Fazit

MEHR! Grundsätzlich auch, bitte zahlreichere Shows auf kleinen Bühnen mit einem kleinen Team und viel Eigeninterpretation. Weniger festgenagelte Bewegungen, Mimiken, Gestiken a la Grbeoßproduktion. Das ganze hatte einen sehr privaten Charme und der war klasse! Ich bezweifle zwar, dass die Truppe in dieser Konstellation in anderen Städten ein Theater vollbekommen würden, da die Sänger in Stuttgart sozusagen derzeit die Lokalmatadoren sind und rund 80% aus Fans bestanden. Die gesamte Show ist in anscheinend nicht wirklich bekannt bei uns und dabei handelt es sich aber um tolle Lieder. Es hat einfach ALLES hingehauen auf der Bühne. Ich glaube die Vier hatten ihren Spaß daran, auch mal ihr eigener Herr zu sein, das hat man gemerkt.
Es war was ganz Besonderes!

Christina Zippler für Musicalfotojournalismus